Schlanke und vielseitige Tasche, etwas Verbesserungspotential.
VORTEILE
- Leicht
- Viel Stauraum
- Diebstahlsicher
- Reflektoren
- Wasserabweisend
- Recyclinganteil
NACHTEILE
- Teuer
- Reißverschlüsse nicht so toll
- Keine Trageschlaufen
- Regenhülle passt nur über kompakte Nutzung der Tasche
BEWERTUNG
Dieses Mal habe ich einen ganz anderen Test für euch. Ich durfte nämlich eine Gepäckträgertasche von Contec unter die Lupe nehmen. Das Besondere: Es handelt sich um die Via Explorer – eine modulare Gepäckträgertasche, die sich klar zwischen Alltagslösung und Touring-Set-up positioniert.
Statt sich auf einen festen Einsatzzweck festzulegen, setzt Contec hier auf ein variables Konzept: kompakt im Alltag, erweiterbar für größere Transporte oder Touren. Die UVP liegt bei 149,95 €, im Internet ist sie aber günstiger zu erwerben.
Hier einmal das Wichtigste im Überblick:
Typ: Gepäckträger-Top-Tasche mit ausklappbaren Seitentaschen
Aus einer kompakten Tasche wird... - Volumen: ca. 11 L (Basis) bis etwa 37 L (erweitert)
- Montage: Befestigung auf dem Gepäckträger
- Erweiterung: zwei integrierte, ausklappbare Seitentaschen
- Extras: Regenhülle, Reflektoren, zusätzliche Außenfächer
- Einsatzbereich: Alltag, Einkauf, Touren
Montage
Die Befestigung erfolgt klassisch über den Gepäckträger und ist insgesamt unkompliziert, sofern man einen Gepäckträger mit entsprechenden Adaptern besitzt. Besitzt man einen solchen Gepäckträger nicht, dann lassen sich entsprechende Systeme am Gepäckträger nachrüsten. Wahlweise kann die Tasche mit einem MIK-, Racktime- oder AVS- Adapter erworben werden.
Die Tasche sitzt stabil auf der Trägerplattform:
- kein Verrutschen im Test
- auch bei Unebenheiten ruhig
Das Besondere im Vergleich zu ähnlichen Taschen oder den älteren Systemen ist, dass die Montage beim MIK 2.0-Adapter nur mit dem mitgelieferten Tool möglich ist. So kann man die Tasche problemlos am Fahrrad lassen und muss keine Angst haben, dass diese gestohlen wird.
Man sollte das Tool aber auch nicht verlieren - ansonsten kann man es bei MIK mit Hilfe einer Codes von der Adapterplatte nachbestellen.
Ein anderer Schlüssel funktioniert also nicht. Toll wäre es, wenn die Montage ohne Tool möglich wäre, das geht jedoch nicht. Zu Beginn fand ich es etwas schwierig, das Tool einzustecken, weil relativ wenig Platz unter der Tasche ist. Nach 2–3 Montagen/Demontagen hatte ich jedoch keine Probleme mehr.
Nutzt man die seitlichen Taschen, kann man diese beim Ausklappen über einen Klettverschluss unten am Gepäckträger fixieren.
Das sorgt für deutlich mehr Stabilität – ein wichtiger Punkt, damit sie nicht flattern.
Im Alltag bedeutet das:
- schnell einsatzbereit
- kein Gefummel unterwegs
- diebstahlsicher
Material
Das Material wirkt eher dünn, aber trotzdem sauber verarbeitet, und ist auf den Alltag sowie Touren ausgelegt. Es hat eine zu 100 % recycelte Polyesteroberfläche und ist wasserabweisend. Leichter Regen ist also kein Problem, und durch die integrierte Regenhülle ist man auch bei schlechterem Wetter gut abgesichert.
Diese passt jedoch nur über die Tasche im kompakten Zustand, also ohne ausgeklappte Seitenteile.
Ich finde die Tasche relativ leicht, was für den Alltagsgebrauch komfortabel ist. Außerdem ist sie für den Einsatz im Dunkeln mit reflektierenden Elementen ausgestattet.
Bisher ist das Material ohne Abnutzungsspuren. Etwas Sorgen mache ich mir bei der Langlebigkeit der Reißverschlüsse. Sie wirken eher schwach und laufen nicht immer ganz rund.
Aufbau
Die Via Explorer sitzt klassisch oben auf dem Gepäckträger (Trunk Bag) und wirkt zunächst relativ kompakt. Das Grundvolumen liegt bei etwa 11 Litern – ideal für Tagestouren oder den Alltag. Der Clou zeigt sich aber erst beim genaueren Hinsehen: Das Hauptfach lässt sich nach oben erweitern und in den Seiten verstecken sich zwei ausklappbare Packtaschen.
Diese lassen sich vollständig herunterklappen und am Gepäckträger fixieren (siehe oben).
👉 Dadurch verwandelt sich die Tasche von einer kompakten Einheit in ein vollwertiges Touring-Set-up mit deutlich mehr Stauraum (bis ca. 37 Liter).
Die Konstruktion wirkt dabei durchdacht:
- Die Seitentaschen haben eine eigene Formgebung
- Sie hängen nicht einfach lose herunter
- Unten werden sie zusätzlich stabilisiert
Im Inneren bietet der Via Explorer mehr Struktur, als man zunächst erwartet – bleibt aber bewusst einfach.
Innen findest du:
- ein großes Hauptfach
- zwei kleinere Mesh-Innenfächer an den Seiten (einmal offen, einmal mit Reißverschluss)
- kleines Mesh-Fach innen am Kopfende
- ein Reißverschlussfach innen im Deckel
- Mesh-Fach außen am Deckel
- elastisches Fach hinten (Flasche, Regenjacke oder Tragegurt)
Diese Aufteilung reicht für das saubere Verstauen von beispielsweise Werkzeug, Geldbeutel, Kleinteilen, Karten, einer Regenjacke oder einer Flasche und allem, was sonst schnell erreichbar sein sollte.
Die seitlichen Packtaschen sind im eingeklappten Zustand kaum sichtbar und fügen sich sauber ins Design ein – das hat mir im Alltag besonders gefallen.
Praxis
Im Einsatz zeigt sich schnell, warum das Konzept so spannend ist.
Im Alltag:
- kompakt unterwegs
- genug Platz für die wichtigsten Dinge
- kein unnötiges Volumen
Auf Tour oder beim Einkauf:
- Seitentaschen ausklappen
- deutlich mehr Stauraum
- trotzdem stabil fahrbar
Dieser Wechsel funktioniert erstaunlich gut und macht die Tasche extrem vielseitig. Der Wechsel zurück ins schlanke Design ohne Seitentaschen ist jedoch etwas friemelig. Hier muss man die Tasche sauber einfalten und bei den Reißverschlüssen etwas Acht geben.
Was mir besonders gut gefällt:
👉 Ich musste mich nicht entscheiden zwischen „klein“ und „groß“ – ich habe einfach je nach Situation angepasst.
Was mir nicht so gut gefällt:
👉 Die Tasche hat keine kurzen Tragegriffe. Wenn man sie irgendwohin mitnimmt, muss man immer den Schultergurt verwenden. Dieser muss dann beim Fahren natürlich verstaut werden, damit er nicht irgendwo runter hängt.
Der Verschluss ist recht knapp bemessen, sodass sich der Gurt nicht so schnell abmachen lässt,
sodass man ihn zum Beispiel in eins der Mesh-Fächer verstauen kann.
👉 Von anderen Trunk-Bags oder Satteltaschen kenne ich es, dass ein elastisches Zugsystem oben auf den Taschen ist, um eine Jacke oder auch mal einen Helm zu befestigen. Das fehlt hier leider.
Fazit
Contec hat hier eine solide Tasche geschaffen, die durch ihr schlankes Design und ihr geringes Gewicht punktet. Es gibt jedoch etwas Verbesserungspotential – dazu zählen zum Beispiel fehlende seitliche Tragegriffe oder Gummizüge auf dem Deckel.
Toll ist, dass sich die Seitentaschen bei Nichtbenutzung unauffällig ins Gesamtdesign einfügen und sich bei Benutzung am Rad befestigen lassen. Ebenfalls sehr praktisch ist, dass sich das Volumen der Haupttasche nach oben hin erweitern lässt.